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Sie sind das Archiv für 2019 August.

Zu Besuch beim Messerschleifer und -schärfer

Gemäss Wikipedia lautet der Begriff: Scheren- oder Messer- oder Wanderschleifer. Es sind Handwerker, die als Reparatur-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeit stumpfe Messer, Scheren und anderes Schneidwerkzeug schärfen und in Stand setzen. Scherenschleifer gilt als alter Beruf des fahrenden Volkes. Es handelt sich um einen Anlernberuf, der gleichwohl viel Erfahrung erfordert und heute meist sowohl als Reisegewerbe von umherziehenden Kleinunternehmern als auch an festen Standorten praktiziert wird. Der Beruf wird inzwischen nur noch selten ausgeübt und zählt damit zu den aussterbenden Handwerken.
Ich habe das Glück, das vis-à-vis meiner Arbeitsstätte ein Messerschärfer seine Werkstatt betreibt und ich ihn besuchen und ihm bei der Arbeit über die Schultern schauen darf. Viele unterschiedliche Sachen liegen zum Bearbeiten und Schleifen bereit: Sägeblätter, Messer aus Haushaltungen oder – wie gerade im Moment – 60 Stück Tafelmesser aus einem Altersheim, ein Sägeblatt von einer Aufschnittmaschine eines Restaurants, eine Papierschneidemaschine aus einem Schulhaus, dessen Schnittfläche vom Zuschneiden von Papier ganz stumpf geworden ist, diverse Bandsägeblätter, zu ersetzende Zähne von Sägeblättern etc. Ein Spezialauftrag liegt auch noch vor! Ein grosser Bohrer eines Elektrikers (Durchmesser ca. 3 – 4 cm) ist durch das viele Aufsetzen ins Bohrfutter schon ganz abgegriffen, der Bohrer lässt sich nicht mehr gut und bündig ins Bohrfutter einspannen. Pesche, der Messerschleifer, zwickt das oberste Stück weg und setzt den Bohrer in eine Maschine ein, um den Bohrkopf zu fixieren. Feineinstellung hier, Einstellung und Drehen da und er beginnt damit, beidhändig die Räder der Maschine zu bedienen und drei neue Kanten in den Bohrer zu schleifen, so dass dieser im Bohrfutter wieder greift und auch wieder hält. Was mir auffällt: Diese Arbeit benötigt enorme Präzision und Fingerfertigkeit! Ein falsches Ansetzen oder Schleifen würde ein Sägeblatt oder Messer oder sonstiges Arbeitsgerät ruinieren! Wenn ich da an mein teures Kai Shun Messer denke…..! Dieses hat er mir aber bereits erfolgreich und fachmännisch geschliffen, so dass ich wieder gerne damit Gemüse schnipsle.
Ein weiterer spezieller Auftrag hat mir Pesche erklärt und gezeigt. Statt eines Käseschneidedrahtes wollte ein Maschinenhersteller ein Käseschneideband. Dieses Band ist lediglich ca. 5 mm breit, davon muss gut die Hälfte quer am Ansatz geschliffen werden, so dass Käse statt mit Draht (wie wir es sonst kennen) mit diesem Sägeband gebrochen werden kann. Eine spezielle Herausforderung und zudem muss dieses Band ab Rolle bearbeitet werden, was wiederum etwas Erfindergeist und Ideen erfordert. Aber auch dies hat Pesche erfolgreich gemeistert. Übrigens hat er ursprünglich einmal Schreiner gelernt und sich das Fachwissen für das Schleifen verschiedenster Materialien und das Bedienen der Arbeitsgeräte beigebracht.

19. August 2019

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Zu Besuch beim Glockengiesser und -doktor

Glocke mit Riss zum Flicken

Glocken und Treichlen haben einen grossen traditionellen Stellenwert in der Schweiz.
Durch den Gebrauch – beim Treichlen oder beim Tragen durch das Veh – können diese aber auch Risse, Spalten etc. abbekommen. Ist dies der Fall, tönt die Glocke oder die Treichle nicht mehr klangvoll, sondern blechig oder hohl und muss zum Glockendoktor, um repariert zu werden.
Glocken gibt es in vielen verschiedenen Grössen. Sie bestehen aus Bronze (Legierung aus 80% Kupfer, 20% Zinn) und werden allesamt in Handarbeit gegossen und auch beschriftet. Die Glocke benötigt je nach Grösse mehrere Stunden Arbeit. Das Beschriften – ebenfalls von Hand – braucht schnell mal einen halben Tag Aufwand. Der Klöppel im Innern der Glocke wird übrigens aus Recyclingmaterial (Altmessing aus diversen Betrieben) gefertigt.
Oftmals hat der Glockengiesser im Frühling und Herbst nach Alpauf- und Alpabzügen mehr zu tun, gespaltene Glocken oder Treichlen zu flicken. Einen Riss in einer Glocke zu reparieren dauert ohne weiteres eine Stunde und mehr. Der Spalt wird aufgesägt, so dass die Spannung herausgenommen werden kann. Es wird mit einem Gasbrenner vorgewärmt und mit Silberlot (was sehr teuer ist) gelötet. Nach dem Abkühlen wird gefeilt, geschliffen und verputzt, so dass die Glocke wiederum in altem Glanz erstrahlt und auch wieder schön klingt.
Treichlen übrigens bestehen meist aus Stahlblech. Sie werden entweder von Hand geschmiedet oder in einer Form gepresst hergestellt. Glocken und Treichlen sind auch beliebte Geschenke oder Preise auf einem Gabentisch. Für das Eidgenössische Schwingfest vom kommenden Wochenende hat der Glockengiesser fünfzehn Glocken und Treichlen gegossen und bearbeitet. Ebenfalls hat er mir erzählt, dass ein gewisser Skirennfahrer namens Marcel Hirscher nicht mehr an den Weltcup in Adelboden kommen würde, wären da die beliebten Glocken und Treicheln nicht mehr mit dabei ;-).
Es gibt in der Schweiz übrigens nur noch sechs Glockengiessereien. Zwei davon in der Deutschschweiz, vier im Welschland, im Tessin gibt es keinen einzigen mehr. Die Glockengiesserei Gusset, die ich besuchen durfte, ist in der 9. Generation tätig und in Uetendorf zu finden. Ein Besuch vor Ort ist empfehlenswert und lehrreich. Für weitere Bilder und Erklärungen besucht doch die Website www.glockengiesserei-gusset.ch.

19. August 2019

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Buch „Die Kultur der Reparatur“

 Die Rede von der Wegwerfgesellschaft fühlt sich zwar etwas veraltet an, sie ist aber so aktuell wie nie.
Auch wer nicht zu den Leuten gehört, die ein voll funktionstüchtiges Handy zu Gunsten des neuesten Modells wegschmeissen, wird vor der Reparatur eines iPad zurückschrecken. Dessen ungeachtet finden sich immer mehr reparaturwillige Laien zusammen, um der Obsoleszenz von Konsumgütern entgegenzuwirken. Wolfgang M. Heckls Buch ist hierzu Einführung und Manifest.

15. August 2019

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Repair Café Thun am Samstag, 31. August 2019

Am Samstag, 31. August 2019 findet in der Rathaushalle in Thun von 10 – 16 Uhr wiederum das beliebte Repair Café statt.

Reparieren statt wegwerfen! Mit Hilfe von Profis wird Ihren defekten Lieblingsgeräten kostenlos wieder neues Leben eingehaucht. Zudem können Sie dazu Kaffee und Kuchen geniessen.

15. August 2019

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Repair Café Köniz – reparieren statt wegwerfen

In Repair Cafés bringen Besucher defekte Gegenstände mit und reparieren sie gemeinsam mit ehrenamtlichen Profis. Werkzeuge können kostenlos genutzt und gängige Ersatzteile vor Ort gekauft werden. Es wird gemeinsam repariert was repariert werden kann – unentgeltlich und in gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) fördert die Repair Cafés: Dem Portemonnaie und der Umwelt zuliebe.
An folgenden Daten sind wir in der Aula vom Oberstufenzentrum Köniz für Sie bereit.
Samstag, 31. August 2019
– Samstag, 26. Oktober 2019
– Samstag, 30. November 2019
jeweils 10:00 bis 16:00 Uhr
In der Regel können repariert werden:
– Elektrogeräte aller Art (wie Mixer, Föhn, Lampen, Toaster, Staubsauger, Radios usw.)
– Computer (wie Neuinstallation, Schadsoftware entfernen, Hilfestellung)
– Textilien (wie Kleider, Taschen, Rucksäcke, Gürtel, Reissverschlüsse)
– Holzgegenstände (wie kleine Möbel, Spielsachen)
– Messer und Scheren schleifen
– Allerlei (z.B. nicht elektr. Haushaltsgeräte, Spielsachen)
– Modeschmuck
… und vieles mehr!
Kontaktmöglichkeiten:

12. August 2019

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Der Fleck muss weg

Plötzlich war er da – ein schwarzer Fleck unbekannten Ursprungs im unteren Bereich meines weissen Lieblings-T-Shirts. Einweichen, waschen und nochmals waschen. Nichts half. Da ich keine sehr begabte Näherin war, suchte ich ein Nähatelier auf. Die nette Geschäftsführerin motivierte mich, die Sache selber in die Hand zu nehmen und gab mir ein paar praktische Tipps mit auf den Weg. Mit dem Gedanken „Wenn ich nichts tue, muss ich das T-Shirt sowieso in die Altkleidersammlung geben“ wagte ich mich an das Projekt.

Ich besorgte einen passenden weissen Spitzenstoff und Faden in einem Stoffladen. Dann öffnete ich die Nähte zwischen Vorder- und Rückenteil. Anschliessend schnitt ich die untere Hälfte des Vorderteils oberhalb des Flecks waagrecht ab. Den gekauften Stoff nahm ich doppelt und schnitt ihn zurecht. Zuerst nähte ich ihn an die verbleibende Hälfte des T-Shirts, dann schloss ich die Seitennähte. Zuletzt kümmerte ich mich um den Saum.

Das Ergebnis meiner Nähkünste stellte mich soweit zufrieden, dass ich das T-Shirt wieder trage.

 

 

12. August 2019

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