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Die Bedeutung der handwerklichen Fähigkeiten für unsere Gesellschaft

von Reiner Pesch, Co-Präsident des Vereins «flick und werk» in Solothurn

Mit diesem Aufsatz möchte ich ein Plädoyer halten für das Handwerk und den handwerklichen Fähigkeiten im Alltag. Wir leben heute in einer Gesellschaft, die stark auf digitale Technik und Kommunikation ausgerichtet ist. Uns gehen aber immer mehr handwerkliche Fähigkeiten verloren. Gerade diese Fähigkeiten sind aber in unserem Alltag sehr wichtig. Sie beinhalten nämlich einen grossen Erfahrungsschatz: den Umgang mit Werkzeugen, die Kenntnis von ganz unterschiedlichen Materialien und ihrem Verhalten. Diese Erfahrungen kommen beim Reparieren und Herstellen von Gegenständen oder Arbeiten im Garten, beim Kochen oder beim Nähen zum Tragen. Natürlich kann man all diese Fähigkeiten auch digital einkaufen, aber zu welchem Preis?

 

Im Folgenden möchte ich gerne auf Entwicklungen in unserer Gesellschaft aufmerksam machen, die einen nachdenklich stimmen sollten. Ich möchte hier meine eigenen Erfahrungen einbringen, die ich im Laufe von gut 40 Berufsjahren in der Industrie gesammelt habe.

Für mich haben gravierende Veränderungen in der Gesellschaft mit der Globalisierung um 1990 begonnen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir stolz auf unsere Qualität „Swiss made“ oder „Made in Germany“. Doch dann begann die Auslagerung von Arbeitsplätzen nach Osteuropa bzw. China/Asien. Im Laufe der Jahre wurden in diesen Ländern mit billigen Arbeitskräften billige Waren hergestellt. Somit wurden in der Schweiz und Deutschland immer mehr sichere Arbeitsplätze abgebaut. Es entstanden die unsicheren Arbeitsplätze und die Stellenvermittlungsbüros lebten auf.

Da aber die in Asien oder Osteuropa hergestellten Waren so billig waren, wurden diese, mit kräftiger Unterstützung der Werbeindustrie [mit Werbesprüchen wie «Geiz ist geil» (Saturn) oder «Ich bin doch nicht blöd» (Mediamarkt)], bei uns in Westeuropa massenhaft gekauft. Wir alle haben gedacht, dass wir gute Qualität zu günstigen Preisen erhalten. Aber genau das war ein grundlegender Fehler.

Wir erhielten nämlich Waren, die schon nach relativ kurzer Zeit kaputtgingen und somit zu Abfall wurden. Da die Waren jedoch so preisgünstig waren, lohnte es sich natürlich nicht, diese zu reparieren. Also hat man die Waren entsorgt. Dies ist der Kreislauf, indem unsere massenhafte Kauflust entstand und wir zur Wegwerfgesellschaft wurden. Im Laufe der Zeit haben wir immer mehr unser Qualitätsbewusstsein verloren, da wir ja nicht mehr selbst die Waren hergestellt, sondern diese nur noch konsumiert haben.

Es hat sich bei uns eine Mentalität eingestellt, wonach wir uns ja alles mit Geld kaufen können. Das Problem ist aber: Geld ersetzt keine Fähigkeiten.

Parallel zum Massenkonsum hat die digitale Technik und Kommunikation ihren Siegeszug in unserer Gesellschaft angetreten. Auch hier wird der Massenkonsum weiter ausgebaut. Denn nun können wir aus der ganzen Welt per Internet alle möglichen Waren bestellen, ohne dass wir als Verbraucher die Möglichkeit haben, die Qualität zu beurteilen.

Meiner Meinung nach wird es nun Zeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Und hier kommen die handwerklichen Fähigkeiten und das Handwerk ins Spiel. Derzeit gibt es eine Hemmschwelle für viele Menschen, etwas selber zu reparieren, herzustellen oder überhaupt handwerklich tätig zu werden. Ich frage mich natürlich warum? Liegt es vielleicht daran, dass wir hohen Konsum mit hohem sozialem Status verbinden? Haben wir einen so hohen Perfektionsanspruch, dass wir erst gar nicht anfangen, handwerklich tätig zu werden. Oder liegt es daran, dass das Handwerk in unserem Bildungs- und Wertesystem einen zu geringen Stellenwert hat gegenüber der Vermittlung von digitalen Fähigkeiten? Wir leben in einer Zeit der ständigen Ablenkung. Die Freizeit- und Kommunikations-Angebote auf den sozialen Medien sind riesig. Das Erlernen von handwerklichen Fähigkeiten hingegen erfordert Zeit und Kontinuität. Doch es lohnt sich in Zeit und Kontinuität zu investieren.

 

Für mich bietet das Handwerken grosse Vorteile. Das Handwerk ist etwas Ganzheitliches. Es beginnt mit der Idee, dann ist Kreativität gefragt. Weiter geht es mit der Planung, der Organisation, dem Einkauf von Materialien und dem Herstellen des fertigen Produktes. Wo ist in der heutigen Berufswelt noch so ein ganzheitliches Arbeiten möglich?

Aber es gibt auch noch weitere Vorteile, die das Handwerk im Alltag bietet. Wir können den Sprung vom Konsumierenden zum Produzierenden schaffen. Das Qualitätsbewusstsein steigt, da ich viele Erfahrungen bei meiner handwerklichen Tätigkeit mache. Handwerk macht Spass und entschleunigt ungemein. Insbesondere wenn das Handwerk in einer Gruppe Gleichgesinnter ausgeführt wird, bietet es persönliche Kontakte und neue Anregungen. Aber das Wichtigste ist, selber etwas herzustellen, macht Spass. Selbstgemachtes weiss ich zu schätzen, es ist schön, und ich würde niemals auf die Idee kommen, es einfach wegzuwerfen.

https://www.flickundwerk.ch/

Der Autor ist zu erreichen unter: Reiner Pesch, peschreiner2@gmail.com

26. Oktober 2020

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REBOERN – aus Aare-Gummibooten werden Rucksäcke und Bauchtaschen

REBOERN ist ein kleines Unternehmen in der Stadt Bern, welches im Jahr 2020 durch drei junge und umweltbewusste Leute (Ona, Gustav und May) gegründet wurde. Die Idee hinter dem Unternehmen ist es, aus alten, weggeworfenen Gummibooten etwas Neues zu produzieren und so zur Abfallvermeidung beizutragen.

Die Idee kam bereits zwei Jahre vor der Gründung, als die jungen Unternehmer*innen nach einer Fahrt mit dem Gummiboot auf der Aare die grosse Menge an weggeworfenen Gummiboten am Aareufer sahen. Die Gründer*innen von REBOERN dachten sich also, weshalb die Gummiboote nicht weiternutzen und etwas Anderes daraus entstehen lassen. Aus dieser Idee und dem Standort setzt sich auch der Name des Unternehmens zusammen: «reborn» (wiedergeboren) und «Bern».

 

Bereits 2019 hat REBOERN von Entsorgung + Recycling Stadt Bern die Erlaubnis erhalten, bei der Dalmazibrücke einen Container für die Sammlung der Gummiboote hinzustellen. Damit wurden zwischen Juli und Anfang Oktober 2019 46 Gummibooten und 19 Schwimmhilfen gesammelt.

Die gesammelten Gummiboote werden gereinigt und zu neuen Produkten verarbeiten. Die Prototypen werden durch REBORN entworfen. Die Produktion erfolgt dann in Zusammenarbeit mit sozialen Institutionen in der Schweiz, welche die Produkte von Hand herstellen. Das aktuelle Sortiment besteht aus Rucksäcken und Bauchtaschen. Es sind jedoch weitere Produkte geplant.

 

Die Rucksäcke und Bauchtaschen sind im Webshop und im CIRCLE The Sustainable Shop in Bern erhältlich. Weitere Läden sind in Planung. Wir wünschen REBOERN für die Zukunft alles Gute und sind gespannt auf die zukünftigen Upcycling-Produkte aus alten Gummibooten.

 

Weitere Informationen und Webshop unter: https://www.reboern.ch/

23. Oktober 2020

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Un café et la réparation svp

„On change plus facilement de machine à café que de café“, voilà le genre d’adage qu’Elliot Romano aime contester. Il ne s’agit pas tant ici de crier son désamour des boissons caféinées que de sensibiliser les Genevois à l’importance de la réparation. Le projet s’appelle „Repair café“, une initiative de la Fédération Romande des Consommateurs section genevoise. Ici, nous confie Elliot son président, „ne vous attendez pas à recevoir un „café latté gusto lungo“ pur arabica, ni un café „machiato“ aux extraits de vanille“. Le „Repair café“ veut faire prendre conscience de l’importance de la réparation. Présent depuis 2015 aux quatre coins du canton, tout particulièrement dans les fêtes populaires de quartier à Genève, le „Repair Café“ connaît un succès toujours croissant. Autour d’une machine à café, les visiteurs apportent les objets qu’ils souhaitent faire réparer. Un petit groupe de réparateurs s’affaire à guérir les objets pour éviter qu’ils ne finissent à la décharge, pour leur donner une seconde vie. Les objets qui passent entre leurs mains expertes ? „Des petits appareils ménagers, sèche-cheveux, radios, toasters. Il y en a même une personne qui nous a apporté un jour une tronçonneuse“, s’amuse Elliot. Tous les appareils sont réparés sur place en quelques heures à peine. Et en cas de réparation trop complexe les clients sont renvoyés vers le site ge-repare.ch. Le concept est simple et efficace, il séduit tant les familles que les jeunes. Sur le site de la FRC et sa page Facebook, les prochains rendez-vous sont annoncés. Alors n’hésitez pas plutôt que de jeter : réparez, en plus le café est offert.

NB consultez l’agenda et FB pour savoir où se trouveront les prochains repair cafés.

9. Oktober 2020

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