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Sie sind das Archiv für Erfahrungsberichte.

Upcycling – Bademeisterin mit Feuereifer

Carola Gigato hat mit alten Feuerwehrschläuchen angefangen, Material, das sonst in der Verbrennung landen würde, in etwas Neues zu verwandeln. Mittlerweilen – da ein scharfes Auge für noch Brauchbares – verarbeitet sie auch alte kaputte Zelte oder Fallschirme und verarbeitet diese zu Rucksäcken oder Necessaires.

Weitere Infos unter www.frischfre.ch

14. September 2020

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Im Himmel voller Geigen! Zu Besuch bei der Schranz Geigenbau GmbH in Thun

Wer das Familienunternehmen Schranz Geigenbau GmbH in Thun betritt, fühlt sich sofort wie «im Himmel voller Geigen»!  Im sympathischen Verkaufsladen werden im Schaufenster Rohlinge präsentiert, in Schaukasten stehen Geigen in Reih und Glied, von der Decke hängen Bratschen, Celli befinden sich ebenfalls im Angebot der Streichinstrumente. Frau Anna Barbara Schranz, Tochter des Firmengründers Daniel Schranz ist eidgenössisch diplomierte Geigenbauerin sowie auch Musikerin FH und führt mich in die Geheimnisse der Geigen (Violine aus dem Italienischen) ein. Die anspruchsvolle Ausbildung zur Geigenbauerin, die viel Feingefühl verlangt, dauert vier Jahre. Ich erfahre, dass es mehr Geigenbauer und Geigenbauerinnen gibt, als ich gedacht habe. Schon bei den ersten von mir gestellten Fragen lerne ich, dass der für das Spielen der Streichinstrumente benötigte Bogen nicht vom Geigenbauer hergestellt wird, sondern dass dies ein separater Beruf darstellt und es davon in der Schweiz aber viel weniger gibt als Geigenbauerinnen und -bauer. Für eine qualitativ anständige Kindergeige samt Bogen sollte man mit ca. Fr. 1’000.- rechnen. Zum Leid vieler Fachgeschäfte gibt es ausländische Online-Händler, die Violinen sehr günstig verkaufen, wobei die Qualität dieser Instrumente oftmals schlecht ist, ungenügendes, billiges Material bei der Herstellung verwendet wird und sogar die «Wirbel» zum Teil hohl sind. Was ein Laie wie ich erstaunt lerne ist, dass die Violine nicht einfach aus einer einzigen Holzart hergestellt wird, sondern verschiedene benötigt, um einen besten Klang und auch nötige Stabilität zu erhalten. Die «Decke» der Geige besteht aus Fichte (bestklingendstes Holz für die Geige), der Boden, Zarge und Hals mit der Schnecke wird aus Ahorn gefertigt, was eine härtere Holzart ist und zu mehr Stabilität führt. Das Griffbrett und die Wirbel werden aus dem Edelholz Ebenholz hergestellt. Ebenholz ist edel und teuer und stammt vorwiegend aus Madagaskar. Wie mir Frau Schranz berichtet, ist man in der Forschung bemüht, nach einem künstlichen Ersatzmaterial zu forschen. Ebenholz ist nicht in rauen Mengen vorhanden und wird irgend einmal nicht mehr als natürliche Ressource zur Verfügung stehen. Zuerst denke ich, dass Temperaturschwankungen dem Streichinstrument respektive dem Holz zusetzen können. Es ist aber viel eher die Feuchtigkeit, die zu Spannung und Spannungsrissen im Holz führt. Der sogenannte «Steg» ist auch aus Ahorn von Hand gefertigt. Er steht auf der Decke und darüber führen die Saiten, die die Schwingungen erzeugen. Die Saiten bestanden früher aus Darm mit Draht umwickelt, heutzutage verwendet man meist  Kunststoffsaiten, die mit Alu oder Silberdraht umwickelt sind. Der Bogen ist meist aus Fernambukholz hergestellt, was ebenfalls nur ein begrenztes Vorkommen aufweist. (Anmerkung: das Problem am Zoll bekommt man bei den Bogen vorwiegend wegen der Elfenbein-Kopfplatten). Deswegen wird auch auf das Ersatzmaterial Carbon zurückgegriffen. Die Bogenhaare bestehen aus Haaren vom Pferdeschweif. Nun frage ich Frau Schranz nach den häufigsten Reparaturen an den Streichinstrumenten. Häufig ist der Steg betroffen, der repariert werden muss. In der Werkstatt ist gerade der Mitarbeiter damit beschäftigt, einen neuen Steg aufzuschneiden. Ein neuer Cello-Steg benötigt ca. 2 – 3 Stunden Arbeitsaufwand. Bei den Saiten wird übrigens empfohlen, diese jährlich zu ersetzen. Spannungsrisse kann es am Corpus geben oder aber, man muss Stellen neu leimen oder den Lack retouchieren. Ein versierter Geigenbauer kann eine Geige auseinandernehmen und wieder zusammenbauen, ohne das Holz oder den Lack gross zu beschädigen. Ich frage Frau Schranz nach der «spannendsten» und schwierigsten Reparatur. Sie erzählt, dass ihr Vater einmal eine Sisyphusarbeit geleistet hat! Eine Musikerin hat beim Einsteigen in ihr Auto den Geigenkasten auf das Autodach deponiert und ist versehentlich losgefahren. Der Geigenkasten ist beim Anfahren vom Dach auf die Strasse gerutscht und gemäss Murphy’s Gesetz ist ein nachfolgender Wagen über den Geigenkasten gefahren! Die Musikerin hat den Geigenkasten Herrn Schranz überbracht. Dieser hat  ein Leintuch ausgelegt, den Geigenkasten geöffnet und über hundert Teile und Splitter auf die Decke gelöst. Während eines halben Jahres hat er sich in Sisyphusarbeit der Geige angenommen und diese wiederum vollständig herstellen und reparieren können. Die Besitzerin hat danach wieder auf ihrer Geige spielen können und ihr Instrument habe nach der Wiederherstellung noch besser geklungen als vorher! Diese Geige wird übrigens noch immer gespielt und erfreut durch ihren wundervollen Klang!

Ach ja, übrigens, wenn Sie irgendwo auf dem Estrich oder im Keller einen verstaubten Geigenkasten finden: Freuen Sie sich nicht zu früh! Auch wenn irgendwo «Stradivari» geschrieben steht – im Geigenkasten oder im Innern des Corpus – es gibt massenhafte Fälschungen im Etikett oder im Geigeninnern. Die «Stradivari» ist eine Diva unter den Geigen und wurde für Königshäuser gebaut und auch immer entsprechend so weitergegeben. Es ist kaum möglich, dass Ihre «Stradivari» auf dem Dachboden eine echte ist!

Rachel Neuenschwander, 17. Juli 2020

 

 

 

 

12. August 2020

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Zu Besuch im Atelier Boutique Bistro Alpenrösli in Thun

https://www.facebook.com/Alpenroesli.Thun/?epa=SEARCH_BOXDie Fachstelle Arbeitsintegration der Stadt Thun unterstützt erwerbslose und sozialhilfebeziehende Personen bei der beruflichen und sozialen Integration in unterschiedlichen Programmen. Eines dieser Programme mit befristeten Arbeitsplätzen ist das Atelier Boutique Bistro Alpenrösli an der Allmendstrasse in Thun, wo gleicherorts auch das Fundbüro und der Second hand Laden untergebracht sind. Im Atelier Boutique Alpenrösli entstehen aus unterschiedlichen Werkstoffen wie Papier oder wieder verwendeten textilen Materialien originelle und trendige Geschenkartikel, Dekorationsgegenstände, Wohn- und Kinderaccessoires, Portemonnaies, Taschen, Etuis, etc.

Ich besuche das Atelier Alpenrösli und darf Nathalie Müller – Sachbereichsleiterin im Alpenrösli – meine Fragen stellen. Als erstes interessiert mich brennend, wer immer wieder so schöne Ideen für neue originelle Artikel und Produkte hat, die ich alle begutachten darf. Nathalie erzählt mir, dass den kreativen Frauen im Atelier sehr oft spontan etwas einfällt, wenn sie ein sogenanntes «Abfallprodukt» oder Material in den Händen halten. Das Atelier erhält zum Teil unterschiedliche übrig gebliebene oder nicht mehr verwendbare Produkte. So zum Beispiel Stoffreste, Tapetenreste, Leder Abreste aus Fabrikationsbetrieben, Blachen die z.B. auf einer Baustelle eingesetzt wurden und nicht mehr wieder benützt werden, Bettwäsche oder Papiersäcke. Nie abgeholte Regenschirme aus dem Fundbüro werden zu den sogenannten «Bagella’s» umfunktioniert. Das sind wasserabweisende Stoffeinkaufstaschen, die man gut und praktisch in ein kleines Säckchen zusammenfalten und in der Handtasche verstauen kann. Praktisch auf Einkaufstour und für Gemüse oder Früchte vom Markt, die allenfalls noch etwas nass sind, oder aber, um den Badeanzug nach dem Schwimmen darin zu verstauen. Das ist übrigens eins der Lieblingsprodukte von Nathalie, und jeder «Bagella» stellt ein Unikat dar. Oft kommt es vor, dass es sich bei den im Atelier hergestellten Artikeln um Unikate handelt, da ja selten zwei gleich farbige oder gemusterte Regenschirme zur Verarbeitung gelangen. Umso schöner, wenn man ein solches Unikat ergattern kann. Ich greife auf jeden Fall auch gleich zu und kaufe eine prächtige «Bagella» Tasche. Eine Serie der Necessaires und Taschen wurde aus einer Blache gefertigt, die das Schloss Schadau in Thun während des Umbaus geschützt hat. Die Blache war in Rot, Rosarot und Grüntönen gemustert. Auch bei dieser Serie handelt es sich bei jedem Exemplar der Necessaires oder Taschen um Unikate. Aus alten Badetüchern oder Frottiertüchern entstehen sogenannte Abschminkpads. Auch hier gibt es nur eine begrenzte Anzahl, da ja das Badetuch irgendeinmal aufgebraucht ist. Danach geht’s zu einem nächsten Badetuch. Auch ein neueres Produkt – ein Schrub- respektive Massage-Handschuh – besteht aus einem Badetuch mit einem gestrickten oder gehäkelten Überzug, mit dem man sich herrlich die Haut schrubben kann. Aus nicht mehr benützter Bettwäsche werden die sogenannten «Säckli für alles» produziert. Auch hier bestehen diese in verschiedenen Mustern, Farben und Stoffe. Aus unserem Abfallbeseitigung stammt ein nicht mehr benützbares Gummiboot. Da haben eifrige Hände bereits versucht, ein Portemonnaie daraus zu nähen. Die Herstellung wird aber ins nächste Jahr verschoben, da das Atelier momentan bereits in der Weihnachtsdeko-Produktion steckt. Das Alpenrösli bedient auch Grosskunden wie zum Beispiel die Anliker Home AG in Bern, ein Möbelhaus und Innendesign, die verschiedenste Girlanden aus Papier in ihrem Sortiment anbieten. Da die Handarbeit filigran ist, dauert es natürlich etwas und es muss bereits im Sommer mit der Produktion begonnen werden. Für Girlanden muss Papier eingekauft werden. Aber auch die Resten der Blätter Papier für die Girlanden werden weiterverwertet bis nichts mehr übrig bleibt. Es entstehen zum Beispiel Sternchen und andere Formen, die gestanzt werden. Das Motto lautet möglichst jedes Material bis zum Ende aufzubrauchen, um nachhaltig zu sein und den Stoffkreislauf zu schliessen. Das Atelier Alpenrösli bietet enorm viele schöne Sachen aus ansonsten nicht mehr benützbaren Materialien an und leistet einen schönen Beitrag im Upcycling-Bereich. Im Alpenrösli ist das Fundbüro integriert und der Second-Hand Laden, der vor allem auserlesene Stücke anbietet. Das Bistro – ebenfalls im gleichen Gebäude an der Allmendstrasse integriert – verwendet Porzellan und für das Take-Away das Mehrwegsystem von reCircle an. Ein Besuch im Atelier Boutique Bistro Alpenrösli lohnt sich sehr, findet man immer etwas Wunderschönes. Das Atelier Boutique Bistro Alpenrösli findet man auf Facebook, Instagram und über die Homepage https://www.alpenroesli-thun.ch/alpenroesli-thun.html. Interview und Text Rachel Neuenschwander, Abfallberaterin Stadt Thun.

23. Juli 2020

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Die EU bastelt an einem Recht auf Reparatur

Verbraucher- und Umweltschützer kämpfen seit Jahren gegen kurzlebige Elektrogeräte. Nun feiern sie erste Erfolge.

Elke Salzmann kennt viele Beispiele für die moderne Wegwerfgesellschaft. Die Reparatur-Expertin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen erhält regelmäßig Beschwerden über Hersteller, die keine Ersatzteile für ihre Geräte liefern. „Dann landet zum Beispiel ein vier Jahre junger Fernseher, der 1800 Euro gekostet hat, auf dem Müll“, erklärt die Expertin.

Entsorgen statt reparieren? Studien liefern Belege für diesen traurigen Trend. Laut Umweltbundesamt werden Flachbildfernseher doppelt so schnell ausgetauscht wie Röhrengeräte. Auch andere große Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen werden in Deutschland immer schneller ersetzt.
Die Ursachen sind vielfältig: Die meisten Neugeräte kosten weniger als früher, die Arbeitskosten für Reparaturen hingegen steigen. Die Komponenten von Computern und Smartphones werden häufiger verklebt anstatt verschraubt, damit die Geräte flacher werden. Und natürlich haben die Hersteller ein Interesse am schnellen Austausch – während auch manche Konsumenten stets das Neueste wollen.

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Quelle/Bild:
https://www.heise.de

13. November 2019

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WWF-Ratgeber-App und Umwelt-Tipps

Bewusst leben, nachhaltig handeln – sich selbst und unserem Planeten Gutes tun: Die WWF-Ratgeber-App unterstützt Sie dabei.

Die App hilft Ihnen im Alltag

Mit Einkaufsratgeber, saisonalen Rezepten, praktischen Umwelttipps sowie dem Footprint-Rechner welcher auf Sie wartet und Ihnen Antworten liefert.

Mehr Informationen unter: https://www.wwf.ch/de/nachhaltig-leben/wwf-ratgeber-app

 

10 besonders wirksame Umwelt-Tipps für Privatpersonen

Ein bewusstes Leben ist gut für Sie und unseren Planeten. Die WWF-Umwelt-Tipps helfen Ihnen dabei, Ihren Alltag bewusster und nachhaltiger zu gestalten.

Mehr Informationen unter: https://www.wwf.ch/de/nachhaltig-leben/10-besonders-wirksame-umwelt-tipps-fuer-privatpersonen

28. Januar 2019

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Reparierbar Quartiertreffpunkt Burg

Schon bald wird wieder repariert: am Samstag, den 06 Juni, von 11 bis 14 Uhr (Achtung, geänderte Zeit) im Quartiertreff Burg.
Kommen Sie vorbei mit allem, was über die Weihnachtstage oder vorher seine Funktion verloren hat – unsere fleissigen Helfer versuchen, alles wieder zum Leben zu erwecken, während Sie zuschauen, einen Kaffee geniessen oder sich mit anderen austauschen können (auch eine Kinderecke ist vorhanden).

Apropos Helfer: wer uns kurz-, mittel- oder langfristig als Reparierer oder auch als Helfer bei der Organisation unterstützen möchte, melde sich doch bitte bei Fabius Matulic fabiusmatulic@yahoo.de

Was läuft in anderen Organisationen/Initiativen, die wie die reparierBar auch zum Ziel haben, überflüssigen Konsum zu vermeiden?

  • Der WWF Schweiz bietet einen Geräteeffizienzcheck für diverse Elektro-Geräte an, der bei der Entscheidung „behalten, reparieren oder ersetzen“ helfen soll.
  • Am 30. Januar diskutiert Decroissance Basel konkrete Postwachstumsprojekte in Basel.
  • Schön zu wissen, dass auch die forschende Jugend über das Thema „Smart Growth and Consumption“ nachdenken wird. Wir sind gespannt, was dabei für Ideen herauskommen.

Termine 2015, immer 11-14 Uhr, Quartiertreffpunkt Burg, Burgweg 7, 4058 Basel
12. September
28. November

26. Januar 2015

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