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RepairCafé Thun

Am Samstag, den 14. März 2020   findet das nächste Repair-Café in Thun im Rathaussaal von 10 bis 16 Uhr statt.

„Reparieren statt wegwerfen“ ist das Motto. Im Repair-Café reparieren Sie mit Hilfe von Profis kostenlos Ihre Lieblingsobjekte und geniessen dabei Kaffee und Kuchen. Infos: info@repaircafe-thun.ch oder 079 297 22 99

9. Januar 2020

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Etwas tun gegen die Wegwerfgesellschaft

Repair Café Hier kann die Kundschaft defekte Geräte vorbeibringen und sie gemeinsam mit Spezialisten reparieren

Elektrogeräte und Elektronik kosten heutzutage wenig. Das verleitet die meisten Leute dazu, ein Gerät einfach zu ersetzen, wenn es einmal kaputt
geht und das alte wegzuwerfen. Reparaturen beim Fachhändler – sofern es den überhaupt noch gibt – lohnen sich kaum noch. Entweder gibt es die
Ersatzteile nicht mehr oder eine Reparatur würde annähernd so teuer, wie ein neues Ersatzgerät. Und böse Zungen behaupten gar, dass es für die
Hersteller nicht von wirtschaftlichem Interesse sei, langlebige, robuste und auch reparierfähige Geräte herzustellen, weil damit das Wachstum
dieser Industrie gebremst würde. Also baut man solche, die möglichst kaputt gehen und sich nicht oder nur schlecht reparieren lassen (siehe auch
Text rechts «Die bewusst beschränkte Lebensdauer von Geräten»).
Diese Wegwerf-Mentalität ist manchen ein Dorn im Auge: Anfang Februar wurde aus einer Initiative des Forums Grenchen der Verein Repair Café
Grenchen gegründet, mit dem Hintergrund, eine nachhaltigere Lebensweise zu fördern. Der Verein wird am Samstag, 29. Juni erstmals ein Repair
Café im Parktheater durchführen, wo Leute ihre kaputten Haushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik, die ausgestiegen ist, vorbeibringen und bei
der Reparatur dabei sein können. Aber nicht nur elektrische oder elektronische Geräte werden repariert, auch mechanische Dinge, wie Spielsachen
oder kaputte Textilien, bei denen man beispielsweise nur einen Flicken aufnähen muss.
«Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, die Leute für einen nachhaltigeren Umgang mit den Ressourcen zu sensibilisieren», erklärt Sascha
Nussbaumer, Präsident des inzwischen 11 Mitglieder zählenden Vereins. «Pro Jahr fallen weltweit rund 50 Millionen Tonnen an Elektroschrott an,
und nur gerade 20 Prozent werden rezykliert.» Dies, obwohl die Geräte Gold, Silber, Kupfer, Platin oder Palladium enthalten – wertvolle
Rohstoffe, die schon in naher Zukunft knapp werden, wie diverse Studien zeigen (Kupfer, Zink, Gold und Silber, Zinn beispielsweise schon
innerhalb der nächsten 10-30 Jahre). In der Schweiz sind es pro Jahr rund 129 000 Tonnen Elektroschrott, die entsorgt werden.

Vater und Sohn

Der 43-jährige Software-Entwickler, gelernte Elektroniker und als Bereichsleiter in einer Firma in Solothurn tätig, die Hardware und Software
entwickelt, hat die Begeisterung fürs Reparieren verschiedenster Dinge von seinem Vater Peter Nussbaumer mitbekommen. Der 71-Jährige ist im
Vorstand des Vereins und wird am Repair Café ebenso eine aktive Rolle spielen, wie die anderen Mitglieder des Vereins, alle mit ähnlichem
Hintergrund und derselben Leidenschaft fürs Basteln und Tüfteln – Ingenieure, Elektrotechniker, Mechaniker und Modellbauer. Denn Peter
Nussbaumer, der lange bei der EWG tätig war, hat sein Leben lang «herumgestromert», wie er sagt. Auch noch zu Zeiten, als Geräte nicht einfach
weggeschmissen wurden, wenn sie einmal defekt waren. «Wir hatten damals ein riesiges Lager an Ersatzteilen, sei es für Bügeleisen, Staubsauger
oder andere Elektro-Haushaltgeräte. Denn damals kosteten solche Geräte wesentlich mehr als heute, wo man Staubsauger für 39.90 Franken kaufen
kann. Also wurden sie geflickt, wenn sie nicht mehr liefen.»
Etwa fünf Vereinsmitglieder werden sich um die Reparatur von Elektrik und Elektronik kümmern, zwei um mechanische Reparaturen, zwei Frauen
um Textilien. Die Reparaturen sind kostenlos, nur das zur Reparatur notwendige Material wird verrechnet.

Keine Konkurrenz fürs Gewerbe

Der Verein will dem Gewerbe nicht schaden: «Wir sehen ja meist schnell, ob etwas überhaupt innert nützlicher Frist zu reparieren ist, oder ob die
Reparatur unsere Möglichkeiten übersteigt. Dann werden wir unsere Kunden zu einer Servicestelle des entsprechenden Herstellers schicken – oder
aber wir sehen, dass sich etwas beim besten Wissen und Gewissen nicht reparieren lässt. Dann können wir dem Kunden mit gutem Gewissen
empfehlen, das Gerät zu entsorgen.
Meist seien es kleinere Schäden, gelöste Lötstellen oder defekte Sicherungen, die ein Gerät dazu bringen, den Geist aufzugeben. Schäden, die man
leicht reparieren könne, «sofern wir das Gerät überhaupt öffnen können», meint Sascha Nussbaumer schmunzelnd. Denn gerade bei moderneren
Geräten sei oft die Krux, dass man zum Öffnen der Gehäuse schon fast Spezialwerkzeuge benötige. Aus diesem Grund wird man auch keine
Handys oder TVs für eine Reparatur annehmen.
Kommt ein Besucher mit einem defekten Gerät an, muss er erst einmal einen Haftungsausschuss unterschreiben. «Auch wenn wir elektrische
Geräte nach einer Reparatur einer strikten Prüfung streng nach Protokoll unterziehen, können wir keine Haftung für zukünftige Schäden
übernehmen.» Geräte mit sicherheitsrelevanten Schäden werden nicht angenommen, also beispielsweise Mixer, bei denen die Befestigung der
Messer defekt sei oder Toaster mit defekten Heizschlangen. «Solche Geräte müssen wir ablehnen.» In einer Triage begutachtet einer der Experten
den Schaden und schätzt, wie lange die Reparatur wahrscheinlich dauert, welche Reparaturen gerade in Arbeit sind und wie lange der Kunde
warten muss. «Da hat man dann Zeit, um im Restaurant Parktheater einen Kaffee zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen.» Ist das kaputte Gerät
an der Reihe, wird der Kunde gerufen und ist bei der Reparatur dabei. Er kann sogar selber mithelfen. «Wir wollen schliesslich nicht einfach nur
flicken, sondern die Leute auch beraten und ihnen zeigen, wo der Fehler liegt.» Für schwierige Fälle könne man eventuell auch die Hilfe des
Internets in Anspruch nehmen, sagt Nussbaumer: «Oft gibt es für spezifische Geräte Reparaturanleitungen auf Youtube, die wir zu Rate ziehen
können».

Die bewusst beschränkte Lebensdauer von Geräten

Wer hat sich nicht auch schon darüber genervt, dass Geräte gerade dann kaputt gehen, wenn die Garantie abgelaufen ist, man ein neues Update
installiert hat und danach etliche Funktionen nicht mehr normal funktionieren oder das ganze Gerät ausgewechselt werden muss. Oder die
Meldung, die Tintenpatrone beim Drucker müsse ausgewechselt werden, weil sie leer sei – schneidet man das Teil auf, ist die Patrone noch zu
einem guten Viertel voller Tinte. Aber auch andere Schäden an Geräten können ärgerlich sein: gebrochene Lötstellen bei schlecht verlöteten
Kabeln, defekte Sicherungen, die man selber nicht so einfach ersetzen kann. Dafür sind die Repair Cafés da.
Man kennt sie in der Schweiz seit 2014. Die unabhängige Stiftung Konsumentenschutz SKS gründete damals das erste Repair Café in Bern als
Reaktion auf die damals bekannt gewordene Strategie vieler Hersteller, dass Geräte nach einer bestimmten Zeit einfach so kaputt gehen, ohne
ersichtlichen Grund. Bereits 2013 prangerte der Konsumentenschutz die sogenannte «geplante Obsoleszenz» an und veröffentlichte ein
umfangreiches Dossier dazu. Aktuell gibt es in der Schweiz 120 dieser Repair Cafés, ab Ende Monat nun auch in Grenchen. (om)

Ausgabe ‚Solothurner Zeitung‘, 11.06.2019

 

 

9. Januar 2020

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Die EU bastelt an einem Recht auf Reparatur

Verbraucher- und Umweltschützer kämpfen seit Jahren gegen kurzlebige Elektrogeräte. Nun feiern sie erste Erfolge.

Elke Salzmann kennt viele Beispiele für die moderne Wegwerfgesellschaft. Die Reparatur-Expertin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen erhält regelmäßig Beschwerden über Hersteller, die keine Ersatzteile für ihre Geräte liefern. „Dann landet zum Beispiel ein vier Jahre junger Fernseher, der 1800 Euro gekostet hat, auf dem Müll“, erklärt die Expertin.

Entsorgen statt reparieren? Studien liefern Belege für diesen traurigen Trend. Laut Umweltbundesamt werden Flachbildfernseher doppelt so schnell ausgetauscht wie Röhrengeräte. Auch andere große Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen werden in Deutschland immer schneller ersetzt.
Die Ursachen sind vielfältig: Die meisten Neugeräte kosten weniger als früher, die Arbeitskosten für Reparaturen hingegen steigen. Die Komponenten von Computern und Smartphones werden häufiger verklebt anstatt verschraubt, damit die Geräte flacher werden. Und natürlich haben die Hersteller ein Interesse am schnellen Austausch – während auch manche Konsumenten stets das Neueste wollen.

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Quelle/Bild:
https://www.heise.de

13. November 2019

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Repcontest – Die Gewinner!

Das Online-Voting und die Jury-Beurteilung sind abgeschlossen.
Herzliche Gratulation allen Gewinnerinnen und Gewinnern und ein grosses Dankeschön allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern! 52 spannende, hochstehende und kreative Reparatur- und Upcycling-Arbeiten aus der ganzen Schweiz wurden eingereicht und anschliessend bewertet.
Wir wünschen allen weiterhin viel Spass und gute Ideen beim kreativen Umweltschutz – denn wie gesagt: Reparieren ist besser als Wegwerfen!

Euer Reparaturführer-Team

 

Die Siegerprojekte des Online-Votings


 

1. Platz

Urban Herb Garden

2. Platz

PET-Design

3. Platz

Fernsehmöbel aus Paletten

4. Platz

Löchersieb Lampen

5. Platz

Veloschlauch-Täschli

6. Platz

Roll-on-Lampe

7. Platz

Salontisch

8. Platz

Lampe aus Trompete

9. Platz

Containerstühle

10. Platz

WeinLampe

 

Die Siegerprojekte der Jury


 

1. Platz

Puppe

2. Platz

Schürze aus Schrim

3. Platz

Reparatur Rollkoffer

 

25. Juni 2015

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