C

Sie sind das Archiv für News.

Kreative Materialverwertung für Kinder

Mit Kindern ist die kreative Materialverwertung richtig spannend. Zürcher Lehrpersonen von Primarschulklassen können halbtägige Workshops im Materialmarkt OFFCUT buchen. Der grosse Materialfundus wird erkundet und eigene Kreationen werden ausgehend von vielen vorhandenen Materialien erschaffen.
Durch das eigene sinnliche Erforschen und Entdecken, lernen die Kinder die unterschiedlichsten Materialien kennen, die sich im Materialmarkt finden lassen. Gemeinsam wird den Fragen nachgegangen, woher das Material kommt, was sein ursprünglicher Verwendungszweck gewesen sein könnte und wie es sich auf kreative Art und Weise weiterverwenden lässt.

Anmeldemöglichkeiten unter folgendem Link:

https://www.schuleundkultur.zh.ch/index.php?id=525&tx_sundk_list%5BeventNr%5D=10291&tx_sundk_list%5Baction%5D=showevent&tx_sundk_list%5Bcontroller%5D=Event&cHash=ae33050580284dbfb9ba56a06b3375ee

 

17. September 2020

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Kommentar schreiben

Upcycling – Bademeisterin mit Feuereifer

Carola Gigato hat mit alten Feuerwehrschläuchen angefangen, Material, das sonst in der Verbrennung landen würde, in etwas Neues zu verwandeln. Mittlerweilen – da ein scharfes Auge für noch Brauchbares – verarbeitet sie auch alte kaputte Zelte oder Fallschirme und verarbeitet diese zu Rucksäcken oder Necessaires.

Weitere Infos unter www.frischfre.ch

14. September 2020

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Kommentar schreiben

Im Himmel voller Geigen! Zu Besuch bei der Schranz Geigenbau GmbH in Thun

Wer das Familienunternehmen Schranz Geigenbau GmbH in Thun betritt, fühlt sich sofort wie «im Himmel voller Geigen»!  Im sympathischen Verkaufsladen werden im Schaufenster Rohlinge präsentiert, in Schaukasten stehen Geigen in Reih und Glied, von der Decke hängen Bratschen, Celli befinden sich ebenfalls im Angebot der Streichinstrumente. Frau Anna Barbara Schranz, Tochter des Firmengründers Daniel Schranz ist eidgenössisch diplomierte Geigenbauerin sowie auch Musikerin FH und führt mich in die Geheimnisse der Geigen (Violine aus dem Italienischen) ein. Die anspruchsvolle Ausbildung zur Geigenbauerin, die viel Feingefühl verlangt, dauert vier Jahre. Ich erfahre, dass es mehr Geigenbauer und Geigenbauerinnen gibt, als ich gedacht habe. Schon bei den ersten von mir gestellten Fragen lerne ich, dass der für das Spielen der Streichinstrumente benötigte Bogen nicht vom Geigenbauer hergestellt wird, sondern dass dies ein separater Beruf darstellt und es davon in der Schweiz aber viel weniger gibt als Geigenbauerinnen und -bauer. Für eine qualitativ anständige Kindergeige samt Bogen sollte man mit ca. Fr. 1’000.- rechnen. Zum Leid vieler Fachgeschäfte gibt es ausländische Online-Händler, die Violinen sehr günstig verkaufen, wobei die Qualität dieser Instrumente oftmals schlecht ist, ungenügendes, billiges Material bei der Herstellung verwendet wird und sogar die «Wirbel» zum Teil hohl sind. Was ein Laie wie ich erstaunt lerne ist, dass die Violine nicht einfach aus einer einzigen Holzart hergestellt wird, sondern verschiedene benötigt, um einen besten Klang und auch nötige Stabilität zu erhalten. Die «Decke» der Geige besteht aus Fichte (bestklingendstes Holz für die Geige), der Boden, Zarge und Hals mit der Schnecke wird aus Ahorn gefertigt, was eine härtere Holzart ist und zu mehr Stabilität führt. Das Griffbrett und die Wirbel werden aus dem Edelholz Ebenholz hergestellt. Ebenholz ist edel und teuer und stammt vorwiegend aus Madagaskar. Wie mir Frau Schranz berichtet, ist man in der Forschung bemüht, nach einem künstlichen Ersatzmaterial zu forschen. Ebenholz ist nicht in rauen Mengen vorhanden und wird irgend einmal nicht mehr als natürliche Ressource zur Verfügung stehen. Zuerst denke ich, dass Temperaturschwankungen dem Streichinstrument respektive dem Holz zusetzen können. Es ist aber viel eher die Feuchtigkeit, die zu Spannung und Spannungsrissen im Holz führt. Der sogenannte «Steg» ist auch aus Ahorn von Hand gefertigt. Er steht auf der Decke und darüber führen die Saiten, die die Schwingungen erzeugen. Die Saiten bestanden früher aus Darm mit Draht umwickelt, heutzutage verwendet man meist  Kunststoffsaiten, die mit Alu oder Silberdraht umwickelt sind. Der Bogen ist meist aus Fernambukholz hergestellt, was ebenfalls nur ein begrenztes Vorkommen aufweist. (Anmerkung: das Problem am Zoll bekommt man bei den Bogen vorwiegend wegen der Elfenbein-Kopfplatten). Deswegen wird auch auf das Ersatzmaterial Carbon zurückgegriffen. Die Bogenhaare bestehen aus Haaren vom Pferdeschweif. Nun frage ich Frau Schranz nach den häufigsten Reparaturen an den Streichinstrumenten. Häufig ist der Steg betroffen, der repariert werden muss. In der Werkstatt ist gerade der Mitarbeiter damit beschäftigt, einen neuen Steg aufzuschneiden. Ein neuer Cello-Steg benötigt ca. 2 – 3 Stunden Arbeitsaufwand. Bei den Saiten wird übrigens empfohlen, diese jährlich zu ersetzen. Spannungsrisse kann es am Corpus geben oder aber, man muss Stellen neu leimen oder den Lack retouchieren. Ein versierter Geigenbauer kann eine Geige auseinandernehmen und wieder zusammenbauen, ohne das Holz oder den Lack gross zu beschädigen. Ich frage Frau Schranz nach der «spannendsten» und schwierigsten Reparatur. Sie erzählt, dass ihr Vater einmal eine Sisyphusarbeit geleistet hat! Eine Musikerin hat beim Einsteigen in ihr Auto den Geigenkasten auf das Autodach deponiert und ist versehentlich losgefahren. Der Geigenkasten ist beim Anfahren vom Dach auf die Strasse gerutscht und gemäss Murphy’s Gesetz ist ein nachfolgender Wagen über den Geigenkasten gefahren! Die Musikerin hat den Geigenkasten Herrn Schranz überbracht. Dieser hat  ein Leintuch ausgelegt, den Geigenkasten geöffnet und über hundert Teile und Splitter auf die Decke gelöst. Während eines halben Jahres hat er sich in Sisyphusarbeit der Geige angenommen und diese wiederum vollständig herstellen und reparieren können. Die Besitzerin hat danach wieder auf ihrer Geige spielen können und ihr Instrument habe nach der Wiederherstellung noch besser geklungen als vorher! Diese Geige wird übrigens noch immer gespielt und erfreut durch ihren wundervollen Klang!

Ach ja, übrigens, wenn Sie irgendwo auf dem Estrich oder im Keller einen verstaubten Geigenkasten finden: Freuen Sie sich nicht zu früh! Auch wenn irgendwo «Stradivari» geschrieben steht – im Geigenkasten oder im Innern des Corpus – es gibt massenhafte Fälschungen im Etikett oder im Geigeninnern. Die «Stradivari» ist eine Diva unter den Geigen und wurde für Königshäuser gebaut und auch immer entsprechend so weitergegeben. Es ist kaum möglich, dass Ihre «Stradivari» auf dem Dachboden eine echte ist!

Rachel Neuenschwander, 17. Juli 2020

 

 

 

 

12. August 2020

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Kommentar schreiben

Näh Atelier to go

Im Hunziker Areal in Oerlikon ist ein Näh-Atelier to go im Umlauf. So kannst du Kleider flicken oder abändern, auch wenn dir die nötige Ausrüstung dazu fehlt.

Eine mobile Nähbox auf Rädern steht zum Ausleihen bereit. Und mit einer Chat-Gruppe im Hintergrund werden dir erst noch Tipps und Tricks beim Umsetzen geliefert.

Eine tolle Idee, die zum Nachmachen anspornt?

29. Juli 2020

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Kommentar schreiben

Zu Besuch im Atelier Boutique Bistro Alpenrösli in Thun

https://www.facebook.com/Alpenroesli.Thun/?epa=SEARCH_BOXDie Fachstelle Arbeitsintegration der Stadt Thun unterstützt erwerbslose und sozialhilfebeziehende Personen bei der beruflichen und sozialen Integration in unterschiedlichen Programmen. Eines dieser Programme mit befristeten Arbeitsplätzen ist das Atelier Boutique Bistro Alpenrösli an der Allmendstrasse in Thun, wo gleicherorts auch das Fundbüro und der Second hand Laden untergebracht sind. Im Atelier Boutique Alpenrösli entstehen aus unterschiedlichen Werkstoffen wie Papier oder wieder verwendeten textilen Materialien originelle und trendige Geschenkartikel, Dekorationsgegenstände, Wohn- und Kinderaccessoires, Portemonnaies, Taschen, Etuis, etc.

Ich besuche das Atelier Alpenrösli und darf Nathalie Müller – Sachbereichsleiterin im Alpenrösli – meine Fragen stellen. Als erstes interessiert mich brennend, wer immer wieder so schöne Ideen für neue originelle Artikel und Produkte hat, die ich alle begutachten darf. Nathalie erzählt mir, dass den kreativen Frauen im Atelier sehr oft spontan etwas einfällt, wenn sie ein sogenanntes «Abfallprodukt» oder Material in den Händen halten. Das Atelier erhält zum Teil unterschiedliche übrig gebliebene oder nicht mehr verwendbare Produkte. So zum Beispiel Stoffreste, Tapetenreste, Leder Abreste aus Fabrikationsbetrieben, Blachen die z.B. auf einer Baustelle eingesetzt wurden und nicht mehr wieder benützt werden, Bettwäsche oder Papiersäcke. Nie abgeholte Regenschirme aus dem Fundbüro werden zu den sogenannten «Bagella’s» umfunktioniert. Das sind wasserabweisende Stoffeinkaufstaschen, die man gut und praktisch in ein kleines Säckchen zusammenfalten und in der Handtasche verstauen kann. Praktisch auf Einkaufstour und für Gemüse oder Früchte vom Markt, die allenfalls noch etwas nass sind, oder aber, um den Badeanzug nach dem Schwimmen darin zu verstauen. Das ist übrigens eins der Lieblingsprodukte von Nathalie, und jeder «Bagella» stellt ein Unikat dar. Oft kommt es vor, dass es sich bei den im Atelier hergestellten Artikeln um Unikate handelt, da ja selten zwei gleich farbige oder gemusterte Regenschirme zur Verarbeitung gelangen. Umso schöner, wenn man ein solches Unikat ergattern kann. Ich greife auf jeden Fall auch gleich zu und kaufe eine prächtige «Bagella» Tasche. Eine Serie der Necessaires und Taschen wurde aus einer Blache gefertigt, die das Schloss Schadau in Thun während des Umbaus geschützt hat. Die Blache war in Rot, Rosarot und Grüntönen gemustert. Auch bei dieser Serie handelt es sich bei jedem Exemplar der Necessaires oder Taschen um Unikate. Aus alten Badetüchern oder Frottiertüchern entstehen sogenannte Abschminkpads. Auch hier gibt es nur eine begrenzte Anzahl, da ja das Badetuch irgendeinmal aufgebraucht ist. Danach geht’s zu einem nächsten Badetuch. Auch ein neueres Produkt – ein Schrub- respektive Massage-Handschuh – besteht aus einem Badetuch mit einem gestrickten oder gehäkelten Überzug, mit dem man sich herrlich die Haut schrubben kann. Aus nicht mehr benützter Bettwäsche werden die sogenannten «Säckli für alles» produziert. Auch hier bestehen diese in verschiedenen Mustern, Farben und Stoffe. Aus unserem Abfallbeseitigung stammt ein nicht mehr benützbares Gummiboot. Da haben eifrige Hände bereits versucht, ein Portemonnaie daraus zu nähen. Die Herstellung wird aber ins nächste Jahr verschoben, da das Atelier momentan bereits in der Weihnachtsdeko-Produktion steckt. Das Alpenrösli bedient auch Grosskunden wie zum Beispiel die Anliker Home AG in Bern, ein Möbelhaus und Innendesign, die verschiedenste Girlanden aus Papier in ihrem Sortiment anbieten. Da die Handarbeit filigran ist, dauert es natürlich etwas und es muss bereits im Sommer mit der Produktion begonnen werden. Für Girlanden muss Papier eingekauft werden. Aber auch die Resten der Blätter Papier für die Girlanden werden weiterverwertet bis nichts mehr übrig bleibt. Es entstehen zum Beispiel Sternchen und andere Formen, die gestanzt werden. Das Motto lautet möglichst jedes Material bis zum Ende aufzubrauchen, um nachhaltig zu sein und den Stoffkreislauf zu schliessen. Das Atelier Alpenrösli bietet enorm viele schöne Sachen aus ansonsten nicht mehr benützbaren Materialien an und leistet einen schönen Beitrag im Upcycling-Bereich. Im Alpenrösli ist das Fundbüro integriert und der Second-Hand Laden, der vor allem auserlesene Stücke anbietet. Das Bistro – ebenfalls im gleichen Gebäude an der Allmendstrasse integriert – verwendet Porzellan und für das Take-Away das Mehrwegsystem von reCircle an. Ein Besuch im Atelier Boutique Bistro Alpenrösli lohnt sich sehr, findet man immer etwas Wunderschönes. Das Atelier Boutique Bistro Alpenrösli findet man auf Facebook, Instagram und über die Homepage https://www.alpenroesli-thun.ch/alpenroesli-thun.html. Interview und Text Rachel Neuenschwander, Abfallberaterin Stadt Thun.

23. Juli 2020

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Kommentar schreiben

Green City Guide Basel

Reparieren

ReparierenReparieren hilft, den Dingen die Lebensdauer zu verlängern und dem Konsum entgegenzuwirken. Daher wird im neuen Nachhaltigkeitsführer der Stadt Basel auch dem Reparieren eine Plattform geboten. Unter der Rubrik „Nicht kaufen“ gibt es Links zu Läden und Organisationen in der Stadt Basel, die Elektronik reparieren. http://www.greencitybasel.ch/category/nichtkaufen/reparieren/

2. Juli 2020

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Kommentar schreiben

ReparierBar im Quartiertreffpunkt Wettstein, Basel

rapierbar logo

 

 

Liebe Freunde der reparierBar,

am Samstag, den 25. Januar 2020 starten wir das Jahr mit der reparierBar im Quartiertreffpunkt Wettstein, Burg, Burgweg 7, 4058 Basel von 11 bis 14 Uhr.

Bestimmt findet sich in eurem Haushalt einiges zum Reparieren? Dann wäre es doch an der Zeit, dies alles gemäss unseres Mottos „reparieren statt wegwerfen“ unseren versierten und fantasiereichen Reparateur*innen anzuvertrauen. Alles, was sich herbeitragen lässt, ist willkommen. Ihr könnt wie immer beim Reparieren mithelfen oder nur zusehen. Alle Gegenstände werden nach Eingangsreihenfolge den geeigneten Fachpersonen zugeteilt.
Schaut mal auf unserer Homepage reparier-bar.ch/so-funktioniert-es.html was wir neu zusätzlich aufgrund der immer wieder inspirierenden Ideen unserer Reparierer*innen flicken können.
Beachtet bitte auch die neue Regel: pro Person wird ein Gerät, ein Kleidungsstück etc. repariert. Falls ihr mehrere Gegenstände mitbringt, lasst ihr euch für das zweite aus Fairnessgründen – möglichst viele Personen sollen die Chance einer Reparatur geniessen – nach der ersten Reparatur wieder neu am Empfang in die Reparaturliste eintragen.
Wusstet ihr, dass defekte Kabel für den 230 V Anschluss relativ oft vorkommen und ernsthafte Probleme bis hin zu zu einem Brand verursachen können. Wenn also jemand ein Gerät hat, bei dem das Stromkabel beschädigt ist (Wackelkontakt, Zugentlastung abgerissen, angeknabbert …), wäre es eine gute Sache, wenn man das Gerät in die reparierBar brächte, so dass es dann wieder in einen sicheren Betriebszustand versetzt wird. Die Reparatur ist meist einfach zu machen und relativ günstig.
Annahmeschluss ist um 13:45 Uhr. Unser aller Ziel ist es, den reparierbaren Gegenständen ein längeres Leben „einzuhauchen“ und somit der Wegwerfmentalität bzw. dem Neukauf-Rausch ein Schnippchen zu schlagen.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen am 25. Januar,
mit herzlichen Grüssen
Euer reparierBar-Team
PS: Die nächste reparierBar ist am Samstag, den 15. Februar 2020 in der Macherschaft, Gärtnerstrasse 46, 4057 Basel zur gewohnten Zeit von 11 bis 14 Uhr .

22. Januar 2020

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen 1 Kommentar »

RepairCafé Thun

Am Samstag, den 14. März 2020   findet das nächste Repair-Café in Thun im Rathaussaal von 10 bis 16 Uhr statt.

„Reparieren statt wegwerfen“ ist das Motto. Im Repair-Café reparieren Sie mit Hilfe von Profis kostenlos Ihre Lieblingsobjekte und geniessen dabei Kaffee und Kuchen. Infos: info@repaircafe-thun.ch oder 079 297 22 99

9. Januar 2020

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Kommentar schreiben

Etwas tun gegen die Wegwerfgesellschaft

Repair Café Hier kann die Kundschaft defekte Geräte vorbeibringen und sie gemeinsam mit Spezialisten reparieren

Elektrogeräte und Elektronik kosten heutzutage wenig. Das verleitet die meisten Leute dazu, ein Gerät einfach zu ersetzen, wenn es einmal kaputt
geht und das alte wegzuwerfen. Reparaturen beim Fachhändler – sofern es den überhaupt noch gibt – lohnen sich kaum noch. Entweder gibt es die
Ersatzteile nicht mehr oder eine Reparatur würde annähernd so teuer, wie ein neues Ersatzgerät. Und böse Zungen behaupten gar, dass es für die
Hersteller nicht von wirtschaftlichem Interesse sei, langlebige, robuste und auch reparierfähige Geräte herzustellen, weil damit das Wachstum
dieser Industrie gebremst würde. Also baut man solche, die möglichst kaputt gehen und sich nicht oder nur schlecht reparieren lassen (siehe auch
Text rechts «Die bewusst beschränkte Lebensdauer von Geräten»).
Diese Wegwerf-Mentalität ist manchen ein Dorn im Auge: Anfang Februar wurde aus einer Initiative des Forums Grenchen der Verein Repair Café
Grenchen gegründet, mit dem Hintergrund, eine nachhaltigere Lebensweise zu fördern. Der Verein wird am Samstag, 29. Juni erstmals ein Repair
Café im Parktheater durchführen, wo Leute ihre kaputten Haushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik, die ausgestiegen ist, vorbeibringen und bei
der Reparatur dabei sein können. Aber nicht nur elektrische oder elektronische Geräte werden repariert, auch mechanische Dinge, wie Spielsachen
oder kaputte Textilien, bei denen man beispielsweise nur einen Flicken aufnähen muss.
«Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, die Leute für einen nachhaltigeren Umgang mit den Ressourcen zu sensibilisieren», erklärt Sascha
Nussbaumer, Präsident des inzwischen 11 Mitglieder zählenden Vereins. «Pro Jahr fallen weltweit rund 50 Millionen Tonnen an Elektroschrott an,
und nur gerade 20 Prozent werden rezykliert.» Dies, obwohl die Geräte Gold, Silber, Kupfer, Platin oder Palladium enthalten – wertvolle
Rohstoffe, die schon in naher Zukunft knapp werden, wie diverse Studien zeigen (Kupfer, Zink, Gold und Silber, Zinn beispielsweise schon
innerhalb der nächsten 10-30 Jahre). In der Schweiz sind es pro Jahr rund 129 000 Tonnen Elektroschrott, die entsorgt werden.

Vater und Sohn

Der 43-jährige Software-Entwickler, gelernte Elektroniker und als Bereichsleiter in einer Firma in Solothurn tätig, die Hardware und Software
entwickelt, hat die Begeisterung fürs Reparieren verschiedenster Dinge von seinem Vater Peter Nussbaumer mitbekommen. Der 71-Jährige ist im
Vorstand des Vereins und wird am Repair Café ebenso eine aktive Rolle spielen, wie die anderen Mitglieder des Vereins, alle mit ähnlichem
Hintergrund und derselben Leidenschaft fürs Basteln und Tüfteln – Ingenieure, Elektrotechniker, Mechaniker und Modellbauer. Denn Peter
Nussbaumer, der lange bei der EWG tätig war, hat sein Leben lang «herumgestromert», wie er sagt. Auch noch zu Zeiten, als Geräte nicht einfach
weggeschmissen wurden, wenn sie einmal defekt waren. «Wir hatten damals ein riesiges Lager an Ersatzteilen, sei es für Bügeleisen, Staubsauger
oder andere Elektro-Haushaltgeräte. Denn damals kosteten solche Geräte wesentlich mehr als heute, wo man Staubsauger für 39.90 Franken kaufen
kann. Also wurden sie geflickt, wenn sie nicht mehr liefen.»
Etwa fünf Vereinsmitglieder werden sich um die Reparatur von Elektrik und Elektronik kümmern, zwei um mechanische Reparaturen, zwei Frauen
um Textilien. Die Reparaturen sind kostenlos, nur das zur Reparatur notwendige Material wird verrechnet.

Keine Konkurrenz fürs Gewerbe

Der Verein will dem Gewerbe nicht schaden: «Wir sehen ja meist schnell, ob etwas überhaupt innert nützlicher Frist zu reparieren ist, oder ob die
Reparatur unsere Möglichkeiten übersteigt. Dann werden wir unsere Kunden zu einer Servicestelle des entsprechenden Herstellers schicken – oder
aber wir sehen, dass sich etwas beim besten Wissen und Gewissen nicht reparieren lässt. Dann können wir dem Kunden mit gutem Gewissen
empfehlen, das Gerät zu entsorgen.
Meist seien es kleinere Schäden, gelöste Lötstellen oder defekte Sicherungen, die ein Gerät dazu bringen, den Geist aufzugeben. Schäden, die man
leicht reparieren könne, «sofern wir das Gerät überhaupt öffnen können», meint Sascha Nussbaumer schmunzelnd. Denn gerade bei moderneren
Geräten sei oft die Krux, dass man zum Öffnen der Gehäuse schon fast Spezialwerkzeuge benötige. Aus diesem Grund wird man auch keine
Handys oder TVs für eine Reparatur annehmen.
Kommt ein Besucher mit einem defekten Gerät an, muss er erst einmal einen Haftungsausschuss unterschreiben. «Auch wenn wir elektrische
Geräte nach einer Reparatur einer strikten Prüfung streng nach Protokoll unterziehen, können wir keine Haftung für zukünftige Schäden
übernehmen.» Geräte mit sicherheitsrelevanten Schäden werden nicht angenommen, also beispielsweise Mixer, bei denen die Befestigung der
Messer defekt sei oder Toaster mit defekten Heizschlangen. «Solche Geräte müssen wir ablehnen.» In einer Triage begutachtet einer der Experten
den Schaden und schätzt, wie lange die Reparatur wahrscheinlich dauert, welche Reparaturen gerade in Arbeit sind und wie lange der Kunde
warten muss. «Da hat man dann Zeit, um im Restaurant Parktheater einen Kaffee zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen.» Ist das kaputte Gerät
an der Reihe, wird der Kunde gerufen und ist bei der Reparatur dabei. Er kann sogar selber mithelfen. «Wir wollen schliesslich nicht einfach nur
flicken, sondern die Leute auch beraten und ihnen zeigen, wo der Fehler liegt.» Für schwierige Fälle könne man eventuell auch die Hilfe des
Internets in Anspruch nehmen, sagt Nussbaumer: «Oft gibt es für spezifische Geräte Reparaturanleitungen auf Youtube, die wir zu Rate ziehen
können».

Die bewusst beschränkte Lebensdauer von Geräten

Wer hat sich nicht auch schon darüber genervt, dass Geräte gerade dann kaputt gehen, wenn die Garantie abgelaufen ist, man ein neues Update
installiert hat und danach etliche Funktionen nicht mehr normal funktionieren oder das ganze Gerät ausgewechselt werden muss. Oder die
Meldung, die Tintenpatrone beim Drucker müsse ausgewechselt werden, weil sie leer sei – schneidet man das Teil auf, ist die Patrone noch zu
einem guten Viertel voller Tinte. Aber auch andere Schäden an Geräten können ärgerlich sein: gebrochene Lötstellen bei schlecht verlöteten
Kabeln, defekte Sicherungen, die man selber nicht so einfach ersetzen kann. Dafür sind die Repair Cafés da.
Man kennt sie in der Schweiz seit 2014. Die unabhängige Stiftung Konsumentenschutz SKS gründete damals das erste Repair Café in Bern als
Reaktion auf die damals bekannt gewordene Strategie vieler Hersteller, dass Geräte nach einer bestimmten Zeit einfach so kaputt gehen, ohne
ersichtlichen Grund. Bereits 2013 prangerte der Konsumentenschutz die sogenannte «geplante Obsoleszenz» an und veröffentlichte ein
umfangreiches Dossier dazu. Aktuell gibt es in der Schweiz 120 dieser Repair Cafés, ab Ende Monat nun auch in Grenchen. (om)

Ausgabe ‚Solothurner Zeitung‘, 11.06.2019

 

 

9. Januar 2020

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Kommentar schreiben

Die EU bastelt an einem Recht auf Reparatur

Verbraucher- und Umweltschützer kämpfen seit Jahren gegen kurzlebige Elektrogeräte. Nun feiern sie erste Erfolge.

Elke Salzmann kennt viele Beispiele für die moderne Wegwerfgesellschaft. Die Reparatur-Expertin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen erhält regelmäßig Beschwerden über Hersteller, die keine Ersatzteile für ihre Geräte liefern. „Dann landet zum Beispiel ein vier Jahre junger Fernseher, der 1800 Euro gekostet hat, auf dem Müll“, erklärt die Expertin.

Entsorgen statt reparieren? Studien liefern Belege für diesen traurigen Trend. Laut Umweltbundesamt werden Flachbildfernseher doppelt so schnell ausgetauscht wie Röhrengeräte. Auch andere große Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen werden in Deutschland immer schneller ersetzt.
Die Ursachen sind vielfältig: Die meisten Neugeräte kosten weniger als früher, die Arbeitskosten für Reparaturen hingegen steigen. Die Komponenten von Computern und Smartphones werden häufiger verklebt anstatt verschraubt, damit die Geräte flacher werden. Und natürlich haben die Hersteller ein Interesse am schnellen Austausch – während auch manche Konsumenten stets das Neueste wollen.

Weiter zum Artikel

 

Quelle/Bild:
https://www.heise.de

13. November 2019

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Kommentar schreiben
Bloggen

Hast du interessante Infos, Links oder Anleitungen für den Reparaturführer-Blog? Mach kein Geheimnis draus und sende uns

deine Inputs!