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Zu Besuch im Atelier Boutique Bistro Alpenrösli in Thun

https://www.facebook.com/Alpenroesli.Thun/?epa=SEARCH_BOXDie Fachstelle Arbeitsintegration der Stadt Thun unterstützt erwerbslose und sozialhilfebeziehende Personen bei der beruflichen und sozialen Integration in unterschiedlichen Programmen. Eines dieser Programme mit befristeten Arbeitsplätzen ist das Atelier Boutique Bistro Alpenrösli an der Allmendstrasse in Thun, wo gleicherorts auch das Fundbüro und der Second hand Laden untergebracht sind. Im Atelier Boutique Alpenrösli entstehen aus unterschiedlichen Werkstoffen wie Papier oder wieder verwendeten textilen Materialien originelle und trendige Geschenkartikel, Dekorationsgegenstände, Wohn- und Kinderaccessoires, Portemonnaies, Taschen, Etuis, etc.

Ich besuche das Atelier Alpenrösli und darf Nathalie Müller – Sachbereichsleiterin im Alpenrösli – meine Fragen stellen. Als erstes interessiert mich brennend, wer immer wieder so schöne Ideen für neue originelle Artikel und Produkte hat, die ich alle begutachten darf. Nathalie erzählt mir, dass den kreativen Frauen im Atelier sehr oft spontan etwas einfällt, wenn sie ein sogenanntes «Abfallprodukt» oder Material in den Händen halten. Das Atelier erhält zum Teil unterschiedliche übrig gebliebene oder nicht mehr verwendbare Produkte. So zum Beispiel Stoffreste, Tapetenreste, Leder Abreste aus Fabrikationsbetrieben, Blachen die z.B. auf einer Baustelle eingesetzt wurden und nicht mehr wieder benützt werden, Bettwäsche oder Papiersäcke. Nie abgeholte Regenschirme aus dem Fundbüro werden zu den sogenannten «Bagella’s» umfunktioniert. Das sind wasserabweisende Stoffeinkaufstaschen, die man gut und praktisch in ein kleines Säckchen zusammenfalten und in der Handtasche verstauen kann. Praktisch auf Einkaufstour und für Gemüse oder Früchte vom Markt, die allenfalls noch etwas nass sind, oder aber, um den Badeanzug nach dem Schwimmen darin zu verstauen. Das ist übrigens eins der Lieblingsprodukte von Nathalie, und jeder «Bagella» stellt ein Unikat dar. Oft kommt es vor, dass es sich bei den im Atelier hergestellten Artikeln um Unikate handelt, da ja selten zwei gleich farbige oder gemusterte Regenschirme zur Verarbeitung gelangen. Umso schöner, wenn man ein solches Unikat ergattern kann. Ich greife auf jeden Fall auch gleich zu und kaufe eine prächtige «Bagella» Tasche. Eine Serie der Necessaires und Taschen wurde aus einer Blache gefertigt, die das Schloss Schadau in Thun während des Umbaus geschützt hat. Die Blache war in Rot, Rosarot und Grüntönen gemustert. Auch bei dieser Serie handelt es sich bei jedem Exemplar der Necessaires oder Taschen um Unikate. Aus alten Badetüchern oder Frottiertüchern entstehen sogenannte Abschminkpads. Auch hier gibt es nur eine begrenzte Anzahl, da ja das Badetuch irgendeinmal aufgebraucht ist. Danach geht’s zu einem nächsten Badetuch. Auch ein neueres Produkt – ein Schrub- respektive Massage-Handschuh – besteht aus einem Badetuch mit einem gestrickten oder gehäkelten Überzug, mit dem man sich herrlich die Haut schrubben kann. Aus nicht mehr benützter Bettwäsche werden die sogenannten «Säckli für alles» produziert. Auch hier bestehen diese in verschiedenen Mustern, Farben und Stoffe. Aus unserem Abfallbeseitigung stammt ein nicht mehr benützbares Gummiboot. Da haben eifrige Hände bereits versucht, ein Portemonnaie daraus zu nähen. Die Herstellung wird aber ins nächste Jahr verschoben, da das Atelier momentan bereits in der Weihnachtsdeko-Produktion steckt. Das Alpenrösli bedient auch Grosskunden wie zum Beispiel die Anliker Home AG in Bern, ein Möbelhaus und Innendesign, die verschiedenste Girlanden aus Papier in ihrem Sortiment anbieten. Da die Handarbeit filigran ist, dauert es natürlich etwas und es muss bereits im Sommer mit der Produktion begonnen werden. Für Girlanden muss Papier eingekauft werden. Aber auch die Resten der Blätter Papier für die Girlanden werden weiterverwertet bis nichts mehr übrig bleibt. Es entstehen zum Beispiel Sternchen und andere Formen, die gestanzt werden. Das Motto lautet möglichst jedes Material bis zum Ende aufzubrauchen, um nachhaltig zu sein und den Stoffkreislauf zu schliessen. Das Atelier Alpenrösli bietet enorm viele schöne Sachen aus ansonsten nicht mehr benützbaren Materialien an und leistet einen schönen Beitrag im Upcycling-Bereich. Im Alpenrösli ist das Fundbüro integriert und der Second-Hand Laden, der vor allem auserlesene Stücke anbietet. Das Bistro – ebenfalls im gleichen Gebäude an der Allmendstrasse integriert – verwendet Porzellan und für das Take-Away das Mehrwegsystem von reCircle an. Ein Besuch im Atelier Boutique Bistro Alpenrösli lohnt sich sehr, findet man immer etwas Wunderschönes. Das Atelier Boutique Bistro Alpenrösli findet man auf Facebook, Instagram und über die Homepage https://www.alpenroesli-thun.ch/alpenroesli-thun.html. Interview und Text Rachel Neuenschwander, Abfallberaterin Stadt Thun.

23. Juli 2020

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